"Gott und die Welt"
Kolumne in der Rheinischen Post vom 22.08.2026 über "Klimawandel - Sommer - Schöpfungsbewahrung" als Menschheitsaufgabe.
Es gibt Hoffnung für die Fähre „Keer Tröch II": in der Freitagsausgabe der RP heißt es, sie könne – dem Regen der letzten Tage sei Dank – vielleicht schon am Sonntag den Betrieb wieder aufnehmen. Hoffnung auf „normal" Sommer. Das wahrscheinlich neue „normal" konnten wir in diesem Jahr wahrnehmen: fünf Hitzewellen wurden bislang gezählt – mit Rekordtemperaturen. Große Dürre, mit Ernteausfällen und zuletzt Waldbrände, nicht nur in fernen Mittelmeerländern und Übersee. Nicht zuletzt die Zahlen des RKI, das bis zum 09. August 14.000 Hitzetote gezählt hat, unterstreichen den Ernst der Situation. Nicht zuletzt die unfassbar große Zahl der Hitzetoten gibt Anlass, dass sich auch die Samstags-Kolumne „Gott und die Welt" mit dem Sommerthema dieses Jahres befasst. Klimaveränderungen gab es in der Erdgeschichte mehr als eine. Geologen, die sich mit der Geschichte unseres Planeten befassen berichten eindrucksvolles: vom Eisball bis zum überhitzten Wüstenplaneten. Klimawandel hat es immer schon gegeben! Angestoßen durch Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche oder intensive Begrünung: Temperaturen und Klima unseres Planeten haben sich über die Millionen Jahre immer wieder extrem verändert. Der – erdgeschichtlich überschaubare – Zeitraum, in dem die Menschen die Erde bevölkern und man muss sagen, in Besitz genommen haben, fällt in eine gemäßigte Klimaphase, die unser Leben begünstigt, vielleicht auch erst möglich macht. Die letzten beiden Jahrzehnte – erdgeschichtlich ein Wimpernschlag – zeigen einen deutlichen Temperaturanstieg. Diesem geht, Messungen zu Folge, ein ebenso rasant angestiegener Ausstoß von Kohlenstoff durch die Verbrennung fossiler Kohlenstoffe – Kohle, Erdöl, Erdgas – in die Atmosphäre voraus. Dieser Klimawandel ist menschengemacht. Da hilft kein Leugnen und kein Verweis auf vorhergehende Klimaveränderungen. Hier nun ist mir ein Beitrag aus der Perspektive des Glaubens wichtig: Mit dem Zeugnis der Bibel glaube ich, dass Gott aus Liebe zum Leben die ganze Welt in ihrer Komplexität ins Werk gesetzt und der Menschheit zur pfleglichen Behandlung als Heimat anvertraut hat. Allein deswegen verbietet es sich, das menschengemachte Problem zu leugnen. Mit guten Ideen und Entschlossenheit den CO2-Ausstoß zu verringern und die jetzt schon spürbaren Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern – und das weltweit – ist aus der Perspektive des Schöpfungsglaubens eine Menschheitsaufgabe. Es geht um „Gott und die Welt." / sue