Pfarrer Stefan Sühling ...

anlässlich der Veröffentlichung des "Münchner Gutachtens" 
Kolumne in der Rheinischen Post vom 22.1.2022

Erschütternd sind sie und beschämend, die neuerlich nun mit dem „Münchener" Gutachten zu Missbrauch und Vertuschung in der Kirche genannten Fakten. Gleichzeitig gibt es eine gewisse Gewöhnung: schon seit über 20 Jahren immer wieder Nachrichten darüber aus aller Welt und im zwölften Jahr aus der Katholischen Kirche in Deutschland. Die bewertende Quintessens der Gutachter, die von einem „generellen Geheimhaltungsinteresse" und dem „Wunsch, die Institution Kirche zu schützen" sprechen ist keine Neuigkeit – genauso wenig, wie die Erkenntnis, die von Missbrauch betroffenen seien, jahrzehntelang nicht im Focus gewesen, einzig der Schutz der Kirche habe im Mittelpunkt gestanden. Neu ist die Reaktion des emeritierten Papstes Ratzinger auf die ihm nachgewiesenen Unterlassungen und Fehler: er leugnet einfach dabei gewesen zu sein, wälzt die Schuld auf Untergebene ab und redet mit unfassbarer Naivität Missbrauchstaten klein. Das Gutachten weist dem einstigen Papst „wenig glaubhafte" Aussagen nach. Damit ist das Amt des Papstes und die Ordnung der Kirche, die solches möglich macht, fundamental beschädigt.
Mantra artig werden nun wieder die Reformbemühungen im Synodalen Weg in Deutschland beschworen – gewiss auch durch Corona gibt es dort Verzögerungen. Aber ich werde den Verdacht nicht los, dass Interessierte eben auch dort auf dem Bremspedal stehen, um den Notwendigen Zug der Zeit zum Stillstand zu bringen – mit der fragwürdigen Motivation, die Institution zu schützen.
„Warum machen Sie dann da noch mit? Ist Ihnen die Hierarchie nicht schon zur sicheren Heimat geworden?" Diese Fragen höre ich und ja, es ist mir gerade jetzt ein echtes Problem, ein Teil des Systems zu sein. Andererseits: hier in Wesel, in unseren Gemeinden sind Frauen und Männer, junge Familien und Senioren, die versuchen, ihr Leben miteinander als Christinnen und Christen zu gestalten – auf die Fragen und Sorgen des Alltags Antworten aus dem Glauben zu geben. Mit Ihnen zusammen Fragen, Sorgen und Trauer auszuhalten, das Leben aus dem Glauben an Gottes Liebe zu deuten und zu feiern, das alles tue ich gerne – und versuche die Hoffnung auf echte und baldige Veränderung in unserer Kirche nicht sinken zu lassen.


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