Klartext

Beim aktuellen Katholikentreffen wird spürbar, dass die Verwirklichung des Leitwortes „leben teilen" zurückbleibt hinter den nicht zu Ende gebrachten Diskussionen zum Reformprozess unserer Kirche.

Kolumne von Pfr. Stefan Sühling in der Rheinischen Post vom 28. Mai 2022:
Mit dem Leitwort „Leben teilen" findet in Stuttgart dieser Tage der 102. Katholikentag statt. Ich bin nicht hingefahren – nehme daher nur das Echo in den Medien wahr. Beeindruckt hat mich wieder einmal Bundespräsident Steinmeier. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht vernehmlich an, dass die Aufarbeitung des Missbrauchs und seiner Vertuschung vorangetrieben werden muss, dass die im synodalen Weg schon angeklungenen Reformschritte auch mutig und engagiert gegangen werden müssen. Es ist spürbar, dass Steinmeier die oft zögerliche Haltung der kirchlichen Entscheidungsträger (hier ist die gendergerechte Schreibweise leider noch nicht angebracht) bedauert. Bundespräsident Steinmeier warnt vor Bedeutungsverlust der Kirchen, dem auch durch rasche Aufarbeitung und dringend nötige Reformen entgegengetreten werden kann. Er ist sich sicher: „Unsere Gesellschaft braucht eine starke Kirche, die relevant ist".

Damit ist das Herzensanliegen so vieler Christinnen und Christen angesprochen: wenn doch endlich die längst überfälligen Reformen in unserer Kirche angegangen wären, wäre Energie und – sicher noch wichtiger – Aufmerksamkeit für die drängenden Fragen in unserer Gesellschaft frei. Ganz zu schweigen, dass einer Kirche, die die eigenen Hinterlassenschaften nicht aufgeräumt bekommt und der es nicht gelingt, sich in echter Zeitgenossenschaft aufzustellen, niemand so recht eine entschiedene Meinung zu gesellschaftlich relevanten Fragen abnehmen will. Beim aktuellen Katholikentreffen wird spürbar, dass die Verwirklichung des Leitwortes „leben teilen" zurückbleibt hinter den nicht zu Ende gebrachten Diskussionen zum Reformprozess unserer Kirche. – Was uns vor Ort jedoch in keiner Weise hindern kann das Motto „Leben teilen" beim Wort zu nehmen: in einer pluralen Gesellschaft die christliche Haltung für gelingendes Leben, gerade für die am Rand hör- und spürbar werden zu lassen – und da ist bei uns sicher immer noch viel „Luft nach Oben".


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