Klartext

„Selbst Versicherungen bringen die statistischen Deutschen mehr Vertrauen entgegen als der katholischen Kirche!"

Kolumne von Pfr. Stefan Sühling in der Rheinischen Post vom 2. April 2022: „Selbst Versicherungen bringen die statistischen Deutschen mehr Vertrauen entgegen als der katholischen Kirche!" hörbar ist die Enttäuschung in der Stimme des Kollegen, der mir diese Zeitungsneuigkeit berichtet. Ich erinnere mich in früheren Jahren Umfragen gesehen zu haben, die den Kirchen einen großen Vertrauensvorschuss attestierten. Die andere Seite dieser enttäuschenden Nachricht lässt mich nicht los: Wem oder was vertrauen die statistischen Deutschen denn nun mehr? Der Kollege erinnert sich nicht genauer, wo er die Meldung gelesen hat. Die Recherche im Internet bleibt ergebnislos und meine neugierige Frage, worin die „statistischen Deutschen" das meiste Vertrauen setzen bleibt heute unbeantwortet.
Später am Abend, ich sitze in meinem Lesesessel, von der Lektüre schweifen meine Gedanken immer wieder zur Frage: Worauf vertraust denn Du? – ich frage mich halt selbst, wenn ich schon die Umfrageauskunft nicht bekommen kann. Und, ja ich kann der Umfrage zustimmen, was mein Vertrauen, oder besser Zutrauen, in die Kirche angeht: da ist nur noch ganz wenig. Besonders deswegen, weil aktuell in der Kirche so Vieles geschieht, was einen unzuverlässigen und reformunfähigen Eindruck hinterlässt. Jedoch: durch und in der Kirche habe ich von Gott gehört, in der Gemeinschaft wird die Geschichte Gottes mit seinen Menschen lebendig gehalten. Die Beziehung zu diesem Gott hat in der Gemeinde vor Ort begonnen und prägt und trägt mein Leben bis heute. Mit aller Brüchigkeit und allem Zweifel habe ich gelernt, es tut meinem Leben gut, diesem Gott Vertrauen zu schenken. Er kennt meine Ängste und Fehler und jenes, was in meinem Leben gelingt und mich froh sein lässt. Auf ihn kann ich mich verlassen, er ist vertrauenswürdig – das habe ich in kirchlichen Gemeinschaften erlebt und gelernt. Für dieses Vertrauen-können-Geschenk bin ich dankbar, auch weil ich immer wieder Menschen spreche, die ein solches Gottvertrauen nicht gewinnen oder erlernen konnten. Und wegen dieses Gottvertrauens, das ich mit und von Menschen in der Kirche lernen durfte, bin ich enttäuscht von der gegenwärtigen Erscheinung der Kirche, die Vertrauen so Vieler missbraucht und zerstört. Zugleich wage ich zu hoffen, dass in der Vertrauensumfrage weit oberhalb der Institution Kirche, vielleicht sogar ganz oben, an erster Stelle, das Vertrauen auf Gott rangiert – das würde mir wirklich sehr gefallen.


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