Welch ein Hin und Her! Vor einer Woche der Paukenschlag des Rücktrittsgesuchs von Kardinal Marx, der das Zeug hatte den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland aus dem Stillstand zu befreien. Gleichzeitig hatte die mit dem Rücktrittsgesuch verbundene Konsequenz das Zeug zum Signal nach Köln, sich nicht weiter hinter fragwürdigen Rechtsgutachten und kirchenrechtlichen Prinzipien zu verschanzen, sondern auch persönlich konsequent zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Am Donnerstag dieser Woche dann ein erneuter – unerwarteter Paukenschlag, diesmal vom Papst. Ein sehr persönliches Schreiben an Kardinal Marx, das in der einfachen Botschaft gipfelt: „Ja, übernimm Verantwortung, tritt für eine echte Reform der deutschen Kirche ein, bleibe Bischof in München, ich nehme deinen Rücktritt nicht an!"

Jetzt überschlagen sich die Kommentare. Spekulationen schießen ins buchstäbliche Kraut: Was bedeutet dieses Hin und Her zwischen München und Rom? Das endgültige Stillstellen der Bemühungen um Veränderungen oder eher ein neuer kräftiger Impuls in Richtung Aufbruch? Ist es dem Papst nun doch nicht so wichtig mit der Aufklärung von Missbrauch und Vertuschung?
Ich vertiefe mich in das Schreiben des Papstes an Kardinal Marx. In seiner Muttersprache Spanisch hat er geschrieben – erster Eindruck: sehr vertraut, persönlich. Weiter nehme ich wahr: dem Papst ist die Erneuerung der Kirche wichtig – notwendige Veränderungen müssen ohne Rücksicht auf persönliche Vorlieben oder Wünsche angegangen werden. Mir scheint, auch das ist dem Papst wichtig: es geht nicht um Reform um der Reform willen – sie sind für ihn kein Selbstzweck. Reform braucht Orientierung. Für den Papst ist klar: jede Veränderung muss sich an der frohen Botschaft Jesu orientieren.

Mir scheint, über die Botschaft an Kardinal Marx hinaus, sendet der Papst an die katholische Kirche in Deutschland ein klares Signal: beendet das klein-klein von Richtungsstreitigkeiten und persönlichen Eitelkeiten, bekennt klar und deutlich Fehler und Schuld, stoßt mutig Reformen an, habt die Not und die Sorgen der Menschen in Blick und orientiert Euch an der Botschaft Jesu. Kurz für meinen Glaubens- und Lebensalltag zusammengefasst: „Tut das was der Liebe und dem Leben dient, alles andere ist überflüssig."


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