„Mache die Kirche zu einem Ort der Wahrheit ...

„Mache die Kirche zu einem Ort der Wahrheit und der Freiheit, damit die Menschen neue Hoffnung schöpfen." Diese Bitte darf ich häufig im Gottesdienst beten – das tue ich gerne und mit innerer Überzeugung.
Gerade deswegen bin ich entsetzt über die Nachrichten der letzten Wochen. Das Erzbistum Köln will ein Gutachten zur Vertuschung von Missbrauch, die Verantwortliche Amtsträger im Bistum benennen wird, nicht veröffentlichen. Um dem Ganzen auch noch einen aufklärerischen Anschein zu geben, wird der Betroffenenbeirat im Bistum Köln nur mit einem Teil der Informationen versorgt und zum Abnicken des längst Entschiedenen „eingeladen". Rückblickend auf Vorgehen des Bistums fühlen sich die Betroffenen erneut missbraucht.
Nun wird am vergangenen Donnerstag der Fall eines wegen Missbrauchs verurteilten Priesters, der zwischen drei NRW-Bistümern hin und her geschoben wurde, von den Zeitungen aufgerollt. Dabei wird eine Reihe von Amtsträgern, die den Einsatz dieses Täters als Personalverantwortlicher oder als Bischof zu verantworten haben, genannt. Und wieder heißt es, es gebe ein Gutachten zu dem Vorgang, das vom Bistum Köln nicht veröffentlicht wird. Als Reaktion bekennt lediglich der Bischof von Essen, er habe unverzeihliche Fehler gemacht.
Ich höre noch die Stimmen derer, die im Oktober 2018 versprachen, nun gebe es in den Bistümern Aufklärung und Transparenz über die Verantwortlichen von Missbrauch und dessen Vertuschung. Gut zwei Jahre später, spricht das, was von Zeitungsredakteuren ans Licht gezerrt wird vom genauen Gegenteil. Mir scheint, es geht darum, Fehler zu vertuschen, Verantwortlichkeiten zu verdunkeln und die Wahrheit zu verschleiern.
Was mir bleibt, ist auf die Kraft des Gebetes zu vertrauen; so wenig greifbar sie auch ist. Es ist der letzte Halt für mich – ist doch mein Vertrauen auf Kraft und Entschlossenheit zu einer wahrhaftigen Aufarbeitung geschwunden. So bleibt mir nur noch die Gebetsbitte: „Mache die Kirche zu einem Ort der Wahrheit und der Freiheit, damit die Menschen neue Hoffnung schöpfen." – und neue Hoffnung ist in dieser Zeit besonders notwendend!

Pfarrer Stefan Sühling in der Rheinischen Post, Ausgabe am 21.11.2020


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